Revanche geglückt – Seahawks gelingt nervenaufreibender Doppelsieg gegen Challengers

Am Samstag kam mit den Berlin Challengers das letzte Team zu Besuch das es geschafft hat die Festung Moorteichwiese zu erobern. Dieses Ereignis liegt allerdings schon etwas zurück, am 12.07.2014 gelang den Charlottenburgern ein 6:2 und 3:0 Doppelsieg. Das Duell fand damals noch in der Regionalliga statt, die Challengers stiegen in dem Jahr in die 2.Bundesliga auf, ein Jahr später folgten die Seahawks.

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Mit der schon etwas dunkleren Erinnerung an die letzten Heimspielniederlagen und der taufrischen Erinnerung an die herben 16:2 und 14:4 Niederlagen aus der Vorwoche in Charlottenburg, sannen die Kieler auf Revanche. Falls das als Motivation noch nicht reichen sollte ging es auch darum sich in der Tabelle endgültig im Mittelfeld festzusetzten und die hinteren Plätze zunächst auf Abstand zu halten.

Spiel 1
Das Pitching Matchup im ersten Spiel war dasselbe wie vor 7 Tagen, für die Gäste bekam Percy Marks den Ball, auf Seiten der Kieler Andreas Schmidt. Und zunächst schien sich der Spielverlauf zu wiederholen, Schmidt musste nach Basehit von Spielertraininer und Urgestein Wilgen „Willy“ Reyes die ersten 2 Punkte abgeben. Im  zweiten Inning aber der eher unerwartete große Durchbruch in der Offensive der Seahawks: 4 Runs scoren nach 3 Walks und 3 Hits. Und im folgenden Inning wird es nicht besser für Marks, erneute 3 Walks und einige Hits führen zu 6 Punkten und zu einer recht komfortablen 10:3 Führung.
In Anbetracht der gefürchteten Berliner Offensivkraft ist man sich auf der Kieler Bank aber sicher das 10 Punkte eventuell auch zu wenig sein könnten, und so wurde weiter konzentriert zu Werke gegangen und eine 16:4 Führung nach 6 Innings herausgespielt. Das verschaffte Coach Tobias Krause etwas Luft und als Andreas Schmidt seine tolle Pitching Performance nach 6 Innings beendet, kann Krause seine nominelle Nummer 2 Sven-Ole Busch aufsparen und Christopher Schmidt übernimmt für die letzten 3 Aus. Mit dem vorzeitigen Ende der Partie nach 10-Run-Rule hatte so sicher niemand gerechnet, jetzt galt es den positiven Spirit mit ins zweite Spiel des Tages zu nehmen.

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Spiel 2
Das sollte allerdings ein schwieriges Unterfangen werden, denn Game 2 Pitcher bei den Challengers Matthew Loeffler wirft mit einigem Abstand den härtesten Ball der Liga und einige Kieler Schlagmänner hatten doch arge Probleme im Hinspiel soliden Kontakt herzustellen. Der US-Import machte seine Sache auch erneut hervorragend, nach 6 Innings hatte er erst 3 gegnerische Baserunner zugelassen. Die Seahawks konnten sich einzig und allein bei Sven-Ole Busch und einer gut aufgelegten Defense bedanken, allen voran die Outfielder John Rapaglia und Justin Radomski, dass sie überhaupt noch ein Fünkchen Hoffnung bewahren konnten. Busch hielt die Bemühungen der Gäste mit nur 5 abgegebenen Hits und 3 Walks in Schach und konnte sein Team so mit einem 0:2 Rückstand im letzten Inning zumindest eine Chance geben.
Das siebte und letzte Inning eröffnete für die Gastgeber der Amerikaner Daniel Baldocchi, statistisch einer der Top-Schlagleute der Liga, nach langem Kampf konnte Loeffler ihn aber in ein Groundout verwickeln, was den Hoffnungen der Spieler und Fans einen herben Rückschlag verpasste. Danach konnte John Rapaglia sich per Walk auf Base bringen und Peer Egge schickte einen blitzsauberen Hit hinterher, sodass der potentielle Ausgleich immerhin schon einmal auf Base war. Sven-Ole Busch produzierte dann einen kurzen Groundball den der Shortstop des Gegners nicht rechtzeitig verarbeiten konnte. Bases Loaded also für Malte Taege, Loeffler ließ sich allerding vom der lautstarken Kulisse nicht nervös machen und kassierte sich Taege mit einem Strikeout. Nun war es also an Danyel Cicekci bei 2 Aus und geladenen Bases. Nach einem epischen Kampf bei dem er gleich mehrere 2 Strike Pitches verteidigen musste und in dessen Verlauf Rapaglia zum 1:2 Anschluss auf einen wilden Wurf des Pitchers erzielen konnte, brachte Cicekci die Murmel kurz zum Third Baseman der Gäste. Der versuchte den schwierigen Wurf aus dem Lauf und feuerte den Ball am ersten Base vorbei, sodass nicht nur der für Egge eingewechselte Jens Rose den Ausgleich, sondern Busch auch noch den viel umjubelten Siegpunkt markieren konnte. Cicekci wird von seinen Teamkameraden gebührend gefeiert und gab zu: „Ich hatte so zittrige Beine, ich weiß gar nicht wie ich überhaupt noch schlagen konnte“.
Nach dem Spektakel geht es direkt mit einem Heimspiel weiter, es kommt der nächste Hochkaräter: die Bremen Dockers. Ausgestattet mit der statistisch besten Werferriege um den Spanier Pedro Casado Echavarri und Spielertrainer Alberto Orti Roig und auf dem zweiten Tabellenplatz liegend geben sie am Samstag, 4.6. um 13 Uhr ihre Visitenkarten auf der Moorteichwiese ab. Coach Krause meint: „Es wird sehr schwer, aber wir wollen natürlich unsere schöne Heimsiegserie nicht so einfach hergeben.“